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Sechs Fragen an: Jürgen (35), Produktmanager bei Gamesload

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Profil JK kl 300x225 Sechs Fragen an: Jürgen (35), Produktmanager bei GamesloadJürgen, was macht man als Produktmanager?

Einfach gesagt: Ich betreue bei Gamesload den Download-Channel, also die PC-Spiele, Mac Games und Casual Games zum Herunterladen sowie die Games Flatrate. Das heißt, von der ersten Kontaktaufnahme mit den Herstellern über unsere Content-Einkäufer über die Vertragserstellung mit unserem Anwalt  bis hin zum Anlegen der Produktseiten, was von unserer Producing-Abteilung erledigt wird, und der Vermarktung durch die Marketing- und PR-Kollegen bin ich in jeden Schritt involviert. Darüber hinaus beschäftige ich mich noch mit ein paar technischen Projekten, kümmere mich um einen Teil unserer Studenten oder helfe gerne mal in anderen Bereichen aus. Langweilig wird mir also nicht – aber genau das mag ich an meinem Job!

Wie kamst du zu diesem Job?

Das ist eine lange Geschichte, ich versuche mich aber kurz zu fassen:
Seit meinem siebten Lebensjahr bin ich ein leidenschaftlicher Gamer, und schon in jungen Jahren hat mich die Entwicklung und Vermarktung von Games mehr gereizt als nur das Spielen. Also habe ich im Alter von neun oder zehn das Programmieren begonnen und meine ersten Spiele veröffentlicht. Von da an war mir klar, dass ich mal in dieser Branche arbeiten möchte!

Aber damals gab es noch keine Unis, FHs oder Akademien, in denen man etwas in dieser Richtung lernen konnte. So klappte der Einstieg damals nur als Quereinsteiger, wofür aber eine solide Basis (=Ausbildung oder Studium) erforderlich war. Also studierte ich Film- und Mediendesign und bekam hierdurch meinen ersten Job in der Branche, als Grafiker beim Spiele-Entwickler Boris Games. Danach arbeitete ich bei den NEON Studios als Producer für GameBoy-Color-Spiele (ja, G-A-M-E-B-O-Y, den gab’s Ende des letzten Jahrhunderts noch), anschließend wechselte ich in die PR-Abteilung von JoWooD. Danach verdiente ich einige Jahre meine Brötchen als freischaffender Spiele-Entwickler und Games-Redakteur, hauptsächlich bei t-online.de. Schließlich landete ich dann vor zwei Jahren bei Gamesload, da hier ein Produktmanager gesucht wurde.

Hattest du als Kind oder Teenager nie einen anderen Berufswunsch, z.B. Feuerwehrmann oder Astronaut?

Na klar! Als Kind wollte ich immer „Tierforscher“ wie Heinz Sielmann oder Grzimek werden. Während meiner Zivi-Zeit habe ich noch mit dem Gedanken gespielt, Biologie zu studieren, da mir mein Traum von der Games-Branche ziemlich unrealistisch erschien. Außerdem: Erkläre mal deinen Eltern, du möchtest etwas mit Spielen machen – die halten dich doch für verrückt!

Jetzt, fast 15 Jahre später, bin ich sehr froh, dass ich doch einen anderen Weg eingeschlagen habe.

Du hast den ganzen Tag mit Games zu tun – spielst du dann eigentlich auch noch privat? Wenn ja – was?

Oh ja! Zwar nicht mehr so viel wie zu meiner Schul- und Studienzeit, aber immer noch ziemlich häufig. Da ich jeden Tag lange mit Bus und Bahn pendle, spiele ich mittlerweile viel auf dem iPhone und iPad, am liebsten Strategiespiele und Casual Games wie Land Grabbers, Royal Envoy, Galcon oder Sentinel, aber auch so ungewöhnliche Sachen wie Osmos.

Zuhause haben mich zuletzt Call of Duty: Modern Warfare 3, Saints Row: The Third und das jüngst erschiene DLC zu Duke Nukem Forever gefesselt. Hin und wieder krame ich aber auch zeitlose Klassiker wie Heroes of Might & Magic V oder Anno 1701 heraus oder trete gegen meine Frau und Freunde in Guitar Hero an.

Der PC-Spielemarkt wird seit Jahren von Kritikern tot geredet. Stimmst du diesen Unkenrufen zu?

Nein! Der Markt der PC-Spiele ist lebendiger denn je. Zwar schrumpfen einerseits die Verkaufszahlen in den klassischen Vertriebswegen, aber andererseits gibt es so viele neue Geschäftsmodelle, die noch gar nicht richtig erfasst werden. Die User kaufen immer mehr auf Download-Plattformen wie Gamesload, laden sich zusätzlich Erweiterungen direkt aus den Spielen heraus herunter oder geben ihr Geld für kleine Indie Games aus. Dazu kommen noch die Millionen von Onlinespielern, die schon seit Jahren World of Warcraft im Abo und Free2Play-Client oder Browsergames zocken. Und dann gibt es ja auch noch die riesige eSports-Gemeinde, bei der Hunderttausende immer noch begeistert in Counter-Strike oder Starcraft gegeneinander antreten.

Der Markt ist also in den letzten Jahren größer, vielseitiger, aber auch unübersichtlicher geworden. Das Schöne daran ist: Es gibt mittlerweile für jeden Geschmack die passenden Spiele, von Pferdespielen für Mädchen und Casual Games für Hausfrauen über Skat-Communities für Rentner und Simulationen für Hobby-Bauern bis hin zu Shooter-Weltmeisterschaften für Profispieler. Diese Vielfalt finde ich immer wieder faszinierend und klasse!

Du prognostizierst dem PC also eine rosige Zukunft. Was ist mit anderen Plattformen? Analysten meinen, Spiele-Konsolen und mobile Geräte sollen auch immer wichtiger werden? Stimmst du dem zu?

Ja, die Zukunft gehört auch dem Mobile Gaming. Dank iPhone, iPad und Android-Geräten sind wir schon mittendrin. Ob Konsolen in ein paar Jahren noch so wichtig sein werden, das wird sich mit der Einführung der Xbox-, Wii- und Playstation-Nachfolger zeigen. Ich bin gespannt, welche Innovationen Microsoft, Nintendo und Sony (vielleicht schon 2012?) enthüllen werden.

Ich bin aber auch überzeugt davon, dass in Zukunft die Plattform-Frage immer unwichtiger wird. Streaming-Technologien wie OnLive oder Gaikai werden zu einer Aufweichung der Grenzen führen. Denn, wenn die Games aus “der Cloud” (d.h. via Video-Stream aus dem Internet) kommen, dann ist es relativ egal, mit welcher Hardware man spielt. Und immer mehr Browsergames wird man dank neuer Internet-Standards und neuer Technologien bestimmt auch bald auf diversen Internet-fähigen Geräten spielen können. Dann loggt man sich mit seinem PC, seiner Konsole, seinem Smartphone oder dem Toaster ein.

Aber bis es soweit kommt, vergehen sicherlich noch ein paar spannende Jahre…

Danke für das Interview, Jürgen!

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1 Kommentar
  1. AUGENKLICK - 2. Januar 2012 20:27

    Der Typ kommt mir irgendwie bekannt vor ;)

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