Die freizügige Jagd mit Bogen oder Gewehr ist zumindest in Deutschland nicht ohne Weiteres möglich. Ohne Genehmigung und Waffenschein darf kein Tier erlegt werden. Tierjagden polarisieren: Die einen sehen die Tiere als zu schützende Lebewesen, die anderen betrachten sie als wertvolle Ressourcen. Hobby- und Berufsjäger gehen auf die Pirsch. Letztere erlegen Tiere, um Nahrung zu gewinnen, Pelze zu erbeuten, aber auch, um Schädlinge zu erledigen, die von Tierkrankheiten (z.B. Tollwut) befallen sind. Doch wie gelingt es den Spielermachern von The Hunter 2012 (rondomedia) und 3D Jagd Simulator 2011 (Kalypso), die Jagd in Szene zu setzen?
Jagd-Simulatoren im Direktvergleich – Welcher der beiden Testkandidaten schneidet besser ab?
The Hunter 2012
Nachdem The Hunter 2012 installiert ist, geht man auf www.thehunter.com. Sobald man eingeloggt ist, kann ein Charakter erstellt und die Ausrüstung bearbeitet werden. Anschließend wählt der Spieler mittels einer Karte ein Gebiet aus. Entweder rückt man sofort nach dem Motto “Learning by Doing” zur Jagd aus, oder man absolviert zunächst die Tutorials. Das Geschehen findet aus der Ego-Perspektive statt. Neben einer Reihe von Kleidungsstücken steht ein umfangreiches Waffensortiment zur Auswahl, darunter original lizenzierte Jagdgewehre, Schrotflinten, Revolver oder Kompositbögen.
Das GPS-Gerät (im Spiel “Huntermate” geannt) in der Hand der Spielfigur ist ein praktischer Helfer. Der Hochstand im Bild gewährt einen guten Überblick über den See. (Bild: Gamesload) So klettert man anfangs auf einen Hochstand, erlegt einen Hirsch, lernt die Tiere anzulocken (Lockrufe) sowie deren Fährte aufzunehmen. Folgende Tiere sind in The Hunter 2012enthalten: Elch, Schwarzbär, Weißwedelhirsch, Wildschwein, Kojote, Fasan, Truthahn, Schwarzwedelhirsch, Maultierhirsch und Roosevelt-Wapiti. Die Anwendung des GPS-Geräts “Huntermate” ist ebenfalls schnell erklärt: Spuren und Geräusche lassen sich damit einfangen. Im Anschluss wertet das Gerät die Daten aus und zeigt alle nötigen Informationen über die Tiere an. Des Weiteren erhält man Positionsinformationen über das Tier, um die Spur aufzunehmen.
Stößt man auf ein Wildschwein, sind langsame Schritte und eine geduckte Haltung unabdingbar. Andernfalls wird der Erfolg mit hoher Wahrscheinlichkeit ausbleiben. (Bild: Gamesload) Ist das Spielprinzip erst einmal verstanden, wandert der Spieler durch zahlreiche nordamerikanische Landschaften, die durch eine detailgetreue, umwerfende Grafik inszeniert werden. Das Jagdabenteuer läuft ohne Musik ab. Lediglich die Umgebungs- und Tiergeräusche sind zu vernehmen. Diese wirken sehr authentisch. Vor allem mit Kopfhörern entsteht eine realitätsnahe Geräuschkulisse. Über die hauseigene Onlineplattform www.thehunter.com besteht ebenfalls die Möglichkeit, sich mit anderen Spielern beispielsweise über die Größe eines erlegten Hirsches zu messen. Je größer das erlegte Wild ist, desto höher ist vermutlich auch die Anerkennung seitens der virtuellen Jagdgemeinschaft. Im folgenden Video seht ihr zahlreiche Eindrücke aus The Hunter 2012:
3D Jagd Simulator 2011 The Hunter 2012 hat ordentlich vorgelegt. Der 3D Jagd Simulator 2011bietet auf den ersten Blick vielseitige Spielmodi, darunter “Schnelles Spiel”, “Karriere”, “Herausforderungen” und “Training”. Sobald das Einstiegstraining absolviert ist, kann der Spieler sich für einen der anderen Spielmodi entscheiden. Wählt man zum Beispiel ein “Schnelles Spiel”, spielt Geld keine Rolle. So stehen dem Spieler nach Lust und Laune Waffen und zusätzliches Equipment zur Auswahl.
Das Basiscamp hier im Bild ist der Startpunkt einer Safari-Jagdtour. Auch im 3D Jagd Simulator 2011 dient ein GPS-Gerät (rechts oben im Bild) zur Orientierung. (Bild: Gamesload) Im Karriere-Modus kauft und verkauft der Spieler Trophäen und Ausrüstung. Den Erlös von Missionen steuert er zum Budget bei. Demnach bietet der 3D Jagd Simulator 2011 eine breite Palette an Ausrüstung, Tieren und Landschaften. Außerdem kann der Spieler zwischen der Third-Person-Sicht (siehe Bild oben) und der Ego-Perspektive beliebig wechseln. In der jeweils gewählten Ansicht wandert der Spieler umher - auf der Suche nach Wild. Ist man zum Beispiel auf Safari, können unter anderem Elefanten und Löwen gejagt werden. Dabei ist es nicht sonderlich schwierig, ein Tier zu erledigen. Löst man den Schuss aus und trifft dazu das Ziel, verfolgt die Kamera die Kugel bis zum Eindringen. Derartige Effekte sind aus der Max Payne-Serie oder aus Fallout 3bekannt.
In Zeitlupe verfolgt die Kamera die Kugel, die ins Ziel eindringt. (Bild: Gamesload)
Der 3D Jagd Simulator 2011 lässt vermuten, dass es sich um einen Simulator rund ums Jagen handelt. Das ist jedoch nur teilweise richtig. Das Spiel ähnelt eher einem unglaubwürdigen Jagd-Abenteuer als einer Jagd-Simulation. So wird während des Spiels auch Musik eingespielt, welche dem Spiel Glaubwürdigkeit raubt. Die kargen, detailarmen Landschaften und die hakeligen Animationen tragen ebenfalls zu dem mauen Gesamteindruck bei. Fragwürdig sind insbesondere die Wildhüter im 3D Jagd Simulator 2011. Begibt man sich hier unerlaubt auf die Jagd?
Haben die Wildhüter einen auf frischer Tat ertappt, muss der Spieler mit Konfiszierung der Ausrüstung und Geldstrafe rechnen. (Bild: Gamesload) Letztendlich ist der 3D Jagd Simulator 2011 kritisch zu betrachten. Die kreativen Köpfe hinter diesem Spiel vermitteln den Eindruck, als käme es bei einer Jagd darauf an, sich vor Wildhütern zu verstecken und zum Beispiel Jagd auf bedrohte Elefanten zu machen. Mit einer Simulation hat der 3D Jagd Simulator 2011 wenig gemeinsam. Es handelt sich hier eher um einen mageren Action-Titel mit einem süß-bitteren Abgang.
Und der Gewinner ist…
The Hunter 2012 schneidet in jeder Hinsicht deutlich besser ab. In puncto Grafik, Sound, Atmosphäre und Spielmechanik sticht der Simulator als klarer Favorit hervor. Ein großer Pluspunkt ist auch die kontinuierliche Erweiterung des Spiels. So wird das Spiel stets verbessert. Über den Shop auf www.thehunter.com kann der Spieler bei Bedarf weitere Inhalte hinzufügen.
Hinweis: The Hunter 2012 ist freigegeben ab zwölf Jahren.
>>Empfehlung: The Hunter 2012 bei Gamesload erwerben!
Was können die Simulationen besser machen? Nicht nur der 3D Jagd Simulator 2011, sondern auch The Hunter 2012 sollte die Aufgaben eines Jägers mehr integrieren. So könnte man den Spieler beispielsweise mit Aufgaben wie der Bestandsminderung einer zu hohen Tierpopulationen beschäftigen. Habt ihr Erfahrungen mit Jagd-Simulatoren gemacht? Wenn ja, welche Verbesserungsvorschläge habt ihr auf Lager?
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27. Februar 2012
#1
Ich hätte da noch so Ideen wie Zielhilfen: Zielstock, anstrichen am Baum, die Waffe auflegen können auf dem Hochsitz.
Man sollte mit der Waffe auch stufenlos zoomen können.
Wenn man auf dem Hochsitz sitzt wäre es auch nicht schlecht die Zeit vorspulen zu können.
Fegestellen, Plätzstellen, Sulen,…
Nachtsicht
Jagdhund
Falke
mit dem Pferd reiten können
27. Februar 2012
#2
Gute Ideen Erik. Vielleicht schafft es die ein oder andere Idee davon in die nächste Jagdsimulation.